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Calgary, Kanada, WS 2001/02 - Allescha Michael

Ein Bericht von Michael Allescha über seinen Semesteraufenthalt in Calgary, Kanada im WS 2001/02.

Ein Semester @ University of Calgary
Michael Allesch, WS 2001/02

Erst gegen Ende meines Geodäsie-Studiums an der TU entschloss ich mich einen Studienauslandsaufenthalt im englischsprachigen Raum zu absolvieren. So bewarb ich mich im Februar 2001 für das Joint-Study-Programm zwischen der Faculty of Engineering der University of Calgary (UofC) in Kanada und der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU Graz, wobei dieses Programm auf inländischer Seite von der Abteilung für mathematische Geodäsie und Geoinformatik, mit Univ.Prof. Dr. Hans Sünkel als Leiter und Dr. Manfred Wieser bestens betreut wird.

Anfang April 2001 stand fest, dass ich mit von der Partie sein würde und somit konnte mit den Vorbereitungen für das Auslandssemester begonnen werden (Flüge buchen, Visum organisieren, Stipendium beantragen, Kreditkarte anschaffen, TOEFL bestehen, ...).
Das Auslandsstipendium, das vom Ministerium ausbezahlt wird, wird erst dann gewährt, wenn man für das Joint-Study-Programm nominiert ist und beinhaltet einen Reisekostenzuschuss sowie einen monatlichen Betrag der vom Zielland abhängig ist.

group
das Team der TU Graz (Austrian Mafia)


Cascade
Pension Cascade Hall

Da das Wintersemester in Kanada "Herbst-Semester" (Fall Term) heißt und von Anfang September bis Weihnachten dauert, reiste ich bereits Ende August an um in Ruhe meine Unterkunft am Campus (Cascade Hall) beziehen zu können, welche übrigens sehr zu empfehlen ist. Insgesamt stehen am Campus sieben verschiedene Unterkunftsgebäude in verschiedenen Preiskategorien zur Verfügung, die in Summe ca. 2500 Studenten Platz bieten und nur wenige Gehminuten von den diversen Instituten entfernt sind.

Der Campus für sich ist einfach extraklasse, das Gelände ist riesig und gleicht von der Infrastruktur einem kleinen Ort und liegt mit dem Auto ca. 15 Minuten nordwestlich der Innenstadt. Der Campus besteht aus sehr gepflegten Grünflächen mit Tannenbäumen, den sieben Unterkunftsgebäuden, den Fakultätskomplexen, dem Bibliothek-Tower, einem Theater,der MacEwan Student Hall, dem Olympic Oval (Eislaufstadion der Olympischen Spiele 1988) und den anderen Sportstätten samt fünf Rasenplätzen.
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Einfahrt zum Uni-Gelände
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am Campus im Winter

Besonders erwähnenswert ist die MacEwan Hall, die das Zentrum des studentischen Alltags und der Infrastruktur bildet. Sie beinhaltet Arzt, Frisör, Postamt, Drogerie, Trafik, Reisebüro, Bookstore, Bar, 2 Restaurants, Büros, Foodcourt, Kopierzentrum, Bankomat und einige Studentenklubs sowie das International Student Centre.

Die Vorlesungen beginnen in Kanada pünktlich(s.t.), dauern 50 Minuten und sind i.a. gut zu verstehen. Die Prüfungen werden nur schriftlich abgehalten und die Notenskala reicht von A bis F. Für Vorlesung und Übung einer Lehrveranstaltung gibt es nur eine Gesamtnote, die sich zu ca. 30% aus den Übungsprogrammen, zu weiteren 30%aus einer Semesterzwischenklausur (midterm exam) und zu 40% aus der Endprüfung (final exam) zusammensetzt.

In der Freizeit unter der Woche nützt man am besten das umfangreiche Sportangebot im "Kinesiology Complex" am Campus, das für alle Studenten kostenlos ist (Schwimmhalle, Kletterwand, Squash-Boxen, Eislaufstadion, Turnsäle, Fitnessstudio, Indoor-Laufbahnen, Rasensportplätze) oder schließt sich einer der zahlreichen Unternehmungen einer Studenten-Organisation an.

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Skiing in the Rockies

 

Die Stadt Calgary (900.000 EW)liegt im Westen Kanadas, im Bundesstaat Alberta mit Hauptstadt Edmonton , und ist zweitgrößte Stadt von Alberta. Westlich von Alberta liegt nur der Bundesstaat British Columbia mit der Hauptstadt Vancouver. Das Terrain östlich von Calgary ist einfach nur flach, im Westen erheben sich mit einem Abstand von ca. 70km zur Stadt die mächtigen, unendlichen Gebirgskämme der Rocky Mountains. Calgary liegt auf über 1000 Meter Seehöhe und die Zeitverschiebung zu Österreich beträgt - 8 Stunden.

Das Klima ist sehr trocken, es fällt also weniger Regen bzw. Schnee als bei uns. Die Innenstadt ist mittels LRT (Straßenbahn) nach einer ca. 20-minütigen Fahrt erreichbar und eignet sich gut zum Shoppen, Besichtigen des Calgary-Towers oder für den Besuch eines Eishockey-Spieles des lokalen NHL Teams "Calgary Flames" im Saddle Dome Stadion.

Skyline
Calgary Skyline

 

Im Winter ergeben sich tolle Gelegenheiten ab Mitte November durchdie Nähe zu den Skigebieten (Lake Louise, ...) in den Rocky Mountains nach 1 bis 2 Autostunden mit dem nordamerikanischen Schnee in Berührung zu kommen. Die Liftpreise sind etwa gleich wie bei uns, Skiausrüstung kann entweder von Europa eingeflogen werden oder am Campus entliehen werden sowie im Skigebiet selbst.

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Skiing in the Rocky Mountains
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Im nordamerikanischen Herbst (September, Oktober) eignet sich die herrliche Landschaft der Rocky Mountains übrigens noch bestens bei angenehmen Temperaturen zum Wandern, Biken, Fischen, Campen oder zum Rafting.

Die Mobilität ist bei einem derart riesigen Land natürlich auch ein entscheidender Faktor, weshalb ich mich mit vier weiteren Studenten entschied ein Auto zu kaufen, was wir nie bereuten; es birgt jedoch einige Gefahren, ist oft Grund für Unstimmigkeiten und verursacht manchmal ungeahnte Kosten (Versicherung, Reparaturen, Sprit, Parkgebühren, ....) und sollte deshalb wohl überdacht werden.

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Hiking in the Rockies

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Hiking in the Rockies

Der österreichische Führerschein ist mit englischer Übersetzung in Kanada verwendbar, kann aber auch in einen kanadischen Führerschein eingetauscht werden.

Abschließend möchte ich allen Interessenten für einen Studienaufenthalt im Ausland alles Gute bei der Durchsetzung ihrer Pläne wünschen - probiert es, es zahlt sich wirklich aus - ganz egal wohin es geht ! Für weitere Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung: geodesy@htu.tugraz.at

 

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Hiking in the Rockies

Mir bleibt mich bei allen Verantwortlichen und Befürwortern für mein Auslandssemester sehr herzlich zu bedanken für diese großartige Chance.

Michael Allesch

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