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Calgary, Kanada, WS 2005/06 - Goiginger Helmut

Ein Bericht von Helmut Goiginger über seinen Semesteraufenthalt in Calgary, Kanada im WS 2005/06 - Joint Study.

Joint Study: University of Calgary, Canada
Helmut Goiginger, WS 2005/06

goiginger1Im Jänner 2005 – ich war im 5. Semester – bewarb ich mich für das Joint Study Programm um in den Genuss eines einsemestrigen Auslandaufenthaltes zu kommen. Aufgrund von zahlenmäßig beschränkter Plätze, werden die Bewerber anhand von Notendurchschnitt und Studienfortschritt gereiht. Die Organisierung und Vorbereitungsaufgaben verliefen problemlos aufgrund der Unterstützung von Hrn. Dr. Wieser und Frau Mag. Buchrieser. Um die Unterkunft muss sich natürlich im Vorhinein gekümmert werden. Ich entschied mich im Studentenheim zu wohnen, was sich als sehr gute Entscheidung herausstellte. Das Leben im Heim wird noch später besprochen. Da man sich als Studierender generell mit Finanzierungsmöglichkeiten auseinander setzen muss, sei soviel erwähnt: das Joint Study Programm sieht ein Stipendium vor, welches sich aus einem einmaligem Reisekostenzuschuss und einer monatlichen Unterstützung zusammensetzt, mit der die Kosten für die Unterkunft abgedeckt sind.

Das Studienjahr in Kanada ist in ein „Fall“ und ein „Winter Semester“ unterteilt. Das Fall Semester startet in der zweiten Septemberwoche. Ich nutzte also die Zeit um mir einen „kleinen Überblick“ über Kanada zu verschaffen, indem ich zusammen mit einem Freund nach Vancouver (ca. 1000km) reiste. Kanada ist das zweitgrößte Land der Welt. Demnach muss man sich im Klaren sein, dass man nur einen Bruchteil von Kanada zu sehen bekommt. Aber schon bald ist man überwältigt von der abwechslungsreichen Landschaft und der Mächtigkeit goiginger2der Rocky Mountains, die bei klarem Wetter von Calgary aus zu bewundern sind. Apropos Wetter: Calgary ist eine sehr regenarme Region, selbst im Winter scheint an sechs Tagen in der Woche die Sonne. In Vancouver ist es im Winter zwar wärmer als in Calgary, aber dafür haben sie deutlich mehr Regentage. Es empfiehlt sich also unbedingt im Sommer zu reisen. Manche meiner internationalen Bekanntschaften reisten kurz vor Semesterstart in Kanada ein und wollten erst nach dem Fall Semester herumreisen und erlebten so Westkanada nur im Regen. Außerdem ist der Winter da, um in den Rockies ski zu fahren. Es bildeten sich immer größere Gruppen, die für Kurztripps (Wandern, Städte besichtigen, skifahren …) zusammen fanden. Dazu mieteten wir Autos, was in Kanada relativ kostengünstig ist.

Studieren am Campus

goiginger3Ich belegte drei Kurse zu insgesamt zwölf Wochenstunden. Das hört sich zwar nicht viel an, aber da jeder Kurs Übungsstunden beinhaltete verbrachte ich viel Zeit mit Berichte verfassen. Ich finde nicht, dass das Niveau in Calgary höher angesetzt ist als in Graz. Jedoch ist anzumerken, dass die kanadischen Studierenden das ganze Semester durchgehend sehr beschäftigt sind. Wie bereits erwähnt, wohnte ich in einem Studentenheim (Cascade Hall) direkt auf dem Campus. Es erwies sich als sehr gute Entscheidung, da es im Heim nie langweilig wird und viele Aktivitäten direkt auf dem Campus angeboten werden. Das Angebot umfasst z.B. Schwimmen, Zugang zu Turnhallen, Fußball, Football, Volleyball, Basketball, Squash, Tennis, Fitnesscenter, Badminton, Klettern, Kino, diverse Sportkurse und eislaufen auf der schnellsten Eislaufbahn der Welt. Außerdem sind kleine Supermärkte, Shops und Fast Food Läden vorhanden. Nicht zu vergessen ist ein Club am Campus, in dem sich viele andere internationale Studenten und natürlich auch Kanadier auf ein oder zwei Glaserl treffen. WThanks givingas Alkohol betrifft, so ist es Kanada nicht erlaubt in der Öffentlichkeit zu trinken – also nichts mit im Park liegen und gemütlich ein Bierchen trinken. Aber das sollte nicht unbedingt ein Problem darstellen. Man lernt sehr leicht andere internationale Studierende kennen, sofern man interessiert und ein bisschen offen dafür ist. Es ist eine tolle Gelegenheit Kontakte mit Menschen aus den verschiedensten Ländern zu knüpfen und den eigenen Horizont zu erweitern. Kontakte sind eine wichtige Basis, um beim Studieren im Ausland Spaß zu haben. Letztendlich hängt es gar nicht so sehr davon ab, wo man studiert, sondern vielmehr welche Leute man dort kennen lernt. Es ist auch genauso wichtig Kontakt zu Kanadiern aufzunehmen. Nur so kann man deren Kultur, Lebensweise und Mentalität kennen lernen.

Außerhalb des Campus

Calgary Downtown ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unkompliziert innerhalb von 15 Minuten erreichbar. Dort befinden sich sehr gute Shopping Gelegenheiten und auch eine Fußgängerzone, die von der Hektik und Dynamik in Calgary etwas ablenkt. In Downtown finden sich dann auch zahlreiche Clubs und Bars. Calgary ist eine Großstadt Kanadas, in der noch die letzten „echten“ Cowboys leben und somit sind auch einzelne Clubs diesem Stil angepasst, welche in Österreich nirgendwo zu finden sind. Also ein unbedingtes Muss!

Abschließend möchte ich noch alle Interessenten dazu ermutigen, einen solchen Auslandsaufenthalt tatsächlich in die Tat umzusetzen. Im Ausland zu studieren stellt eine kleine Herausforderung dar, die mit ein wenig Fleiß und Engagement von jedem bewältigt werden kann und von der man in vielerlei Hinsicht profitiert. Alles Gute bei der Bewerbung!
Ich bedanke mich recht herzlich bei all jenen, die mich mit Rat und Tat unterstützten, und mir so diese großartige Chance ermöglichten.

Helmut Goiginger
h.goiginger@gmail.com

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